Der Meister des Waldes

Zu verstecken weiss er sich. Aber ich bin ihm auf den Fersen. Der Duft nach Vanille, Honig und Heu kündigt mir an hier in der Nähe muss er sein. Und siehe da, mein Glückstag. Vor mir breitet sich ein riesiger von Waldmeister bedeckter Waldboden aus. Nun auf zum Ernten. Ich will so schnell wie nur möglich einen Sirup vom Waldmeister kochen. Dieser schmeckt hervorragend als Beigabe zu Prosecco, Wein oder Wasser. Und nicht zu vergessen für Maibowle. Auch Oma sammelt ihn. Sie trocknet den Waldmeister und gibt ihn in Leinensäckchen, für Ihre Bettwäsche, oder als Raumduft. Naja ich mag den Waldmeister kulinarisch. Ein Highlight ist zu dieser Jahreszeit, Erdbeeren mit Waldmeistersirup mariniert. Ich sag nur Wow. Schön auf dem Balkon oder der Terrasse sitzen und in der Hand eine Schüssel mit marinierten Erdbeeren.  Auch der Gedanke an Waldmeistersorbet oder Eis lässt mir schon wieder das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Vor Jahren habe ich aus dem Wald mir ein paar Waldmeisterpflanzen mit Wurzel heimgenommen und diese im Garten eingepflanzt. Und er ist mittlerweile zu einem grossen duftenden Teppich herangewachsen. An diesem Platz hat Unkraut keine Chance mehr.

Viele meiner Kochkollegen frieren den Waldmeister ein um das Aroma vollends herauszufiltern. Aber ich muss dazu sagen, dass der Sirup mir dann zu sehr nach Gras oder Heu schmeckt. Aber jeder nach seinem Geschmack. Noch ein kleiner Tipp zur Maibowle. Beim zubereiten der Maibowle, einfach die grüne Schale einer halben Salatgurke mit in die Bowle geben. Das ergibt einen extra frische Kick.

Der Waldmeister ist nicht nur kulinarisch eine altbewerte Pflanze auch medizinisch gesehen hat  er eine lange Tradition. Waldmeister wurde im Mittelalter verwendet bei Störungen der Leber und Nieren, Gebärmutterkrämpfe, Nervosität und schlechter Verdauung. Die zermalmten Blätter wurden auf Wunden als Brei aufgetragen, welcher die Entzündung reduziert. Ein Tee von getrockneten Waldmeisterblättern ist ein leichtes Beruhigungsmittel.

 

 

Bärlauch, der Frühlingsduft

Die Zeit ist da. Bärlauch. Der Frühlingsbote. Jedes Jahr freue ich mich den wilden Knoblauch in jeder erdenklichen Art zu verarbeiten. Sei es als Pesto, Suppe oder gar auf Brot mit Quark. Einfach gigantisch. Nach Jahren der Abstinenz in den Küchen, hat der Bärlauch sich zurückgekämpft ins Leben der Mitteleuropäer. Ich muss zugeben es war schon etwas seltsam als ich zum Ersten mal Diesen Knoblauchgeruch im Wald, fernab von jeder Küche, in meine Nase bekam. Der Bärlauch wuchs zu meinem erstaunen, dicht an dicht und bildete einen üppigen Teppich mitten im Wald. Seitdem zieht es mich ab März in die Wälder um ihn zu ernten.Roh schmeckt er am allerbesten. Zum trocknen eignet sich der Bärlauch nicht. Um ihn länger geniessen zu koennen empfehle ich ein Pesto. Meine neueste Kreation ist ein Bio Ziegenkaese welchen ich in Bärlauchblätter einwickele und darin reifen lasse. Nicht nur als Gewuerz ist der Bärlauch ein Traum. Er ist ebenso eine Heilpflanze welche Magen, Leber, Galle und Niere reinigt. Er senkt den Cholesterinspiegel, gut bei jeglicher Art von Atemwegserkrankungen. Ebenso hilft Bärlauch bei Durchfallerkrankungen.

Das sagt doch alles, der perfekte Start in den Frühling.

Mein Tipp beim ernten. Für diejenigen, welche Bärlauch ernten moechten. Er kann leicht verwechselt werden mit Maigloeckchen.

Daher die Erkennungsmerkmale.

1. Er wächst im Wald und immer grossflächig

2. duftet nach Knoblauch

3. die Blätter sind an der Unterseite stumpf

4. die Blattränder wellen sich

5. die Blätter wachsen einzeln am Stiel

6. Wenn man unsicher ist, lieber im Bioladen deines Vertrauens kaufen